Schlüsseldienst mal anders

Das war ja heute mal wieder ganz großes Kino.

Bisher habe ich ja nicht allzu viel verraten von mir. Was ihr wisst ist, dass ich selbständig bin, was ihr jedoch noch nicht wusstet ist: womit. Nun ich bin recht flexibel und in verschiedenen Branchen tätig, seit kurzem auch im Bereich der Schlüsseldienste.

NEIN! Ich gehöre nicht zu den Abzockern, sondern biete meine Dienste zu fairen Festpreisen an, aber ich schweife ab.

Worauf ich hinauswill ist: Auch jemand der weiß wie man Türen öffnet kann das trotzdem nur, wenn er auch sein Werkzeug dafür dabei hat. Heute Vormittag klingelte eine Nachbarin bei mir, weil ihr ein Lieferfritze die neue Couch gebracht hatte… besser gesagt, er hatte sie nur fast gebracht. Im Lieferschein stand: „Lieferung per Bordsteinkante“ und meine Nachbarin war alleine zu Hause und mit den 5 Stufen bis in ihre Erdgeschosswohnung schlicht überfordert.

Natürlich helfe ich, wir sind schließlich in unserem kleinen 3-Parteien Mietshaus eine eingeschworene Gemeinschaft. Ich schlüpfe in die Schuhe, verlasse die Wohnung, bewusst ohne Schlüssel und lehne die Wohnungstüre nur an… „wird schon gutgehen!“

Von wegen! Ich öffne unten die Haustür um einen Blick auf das Monster von Couch zu werfen und spüre noch den Luftzug, der eine Sekunde später meine Wohnungstür zuknallt. Ich denk mir noch: „na gut, kein Problem, hast ja dein Werkzeug im Auto“, und kümmere mich erst mal um das Sofa, dass sich glücklicher Weise als klobig aber leicht erwies. Erst als das erledigt war wurde mir klar, dass nicht nur der Hausschlüssel, sondern natürlich auch die Autoschlüssel in der Wohnung lagen und mir mein Öffnungskoffer im Auto daher wenig nutzen würde.

Normaler Weise ist die Öffnung einer zugefallenen Wohnungstür meine leichteste Übung. Ich habe dafür verschiedene Werkzeuge in meinem Köfferlein, da je nach Beschaffenheit der Tür ein andere Weg leichter zum Ziel führt. Nun begann der Mac Gyver in mir zu arbeiten und zu überlegen, was man nun zu einem passenden Öffnungswerkzeug umfunktionieren könnte.

Ich möchte hier nicht allzu sehr ins Detail gehen – nicht das noch jemand meinen Artikel als Anleitung zu einem Einbruch missbraucht, aber ich kann wohl gefahrlos verraten, dass es letztendlich mit meinem alten Personalausweis gelang, den ich seit seiner Entwertung aus nostalgischen Gründen noch immer mit mir herumtrage. Meine professionellen Öffnungskarten wären natürlich um ein vielfaches besser gewesen und mein Ausweis hat bei dieser Aktion auch sichtlich gelitten, aber nach kaum einer halben Stunde (normaler Weise geht das in wenigen Sekunden) war ich dann auch wieder in meiner Wohnung. Ich war kurz davon mal selbst einen Schlüsseldienst anzurufen, wollte mir aber diese Blöße dann doch nicht geben.

Wie auch immer und auch wenn ich mir damit selbst das Geschäft kaputt mache: denkt daran: Vorsorge ist immer besser als hinterher dumm aus der Wäsche zu gucken! Deponiert einen Reserveschlüssel bei Nachbarn oder Freunden und ganz wichtig… Falls es mal was ernsteres ist: Recherchiert im Vorfeld einen Schlüsseldienst eures Vertrauens! Fahrt da hin, schaut euch die Firma an, redet vielleicht mal persönlich mit dem Inhaber und fragt nach Festpreisen usw. Nur so könnt ihr wirklich ausschließen, dass ihr im Notfall dann vielleicht doch an einen Abzocker geratet.

Erneut Streik in Frankfurt

Wie in Welt Online heute zu lesen war werden die Streiks der Angehörigen der GdF am Frankfurter Flughafen seit heute fortgesetzt. Die neu aufgenommenen Verhandlungen der Gewerkschaft mit der Fraport sind schon wieder gescheitert.

Ok, ich gebe zu, ich bin hier nicht ganz unparteiisch, denn ich bin erstens selbst Arbeitgeber und zweitens viel Unterwegs und daher auch von den ständigen Streiks betroffen. Doch selbst bei dem Versuch einer neutralen Betrachtung will es mir nicht gelingen Verständnis, für die Forderungen der GdF aufzubringen.

Laut einem älteren Artikel der Frankfurter Rundschau (hier zu finden) wird die Tätigkeit der betreffenden Mitarbeiter bisher mit 1500 bis 1800 € netto monatlich vergütet. Was tun diese Mitarbeiter? Nun, sie fahren beispielsweise die „Follow Me Fahrzeuge“ und lotsen dadurch die ankommenden und abgehenden Flieger durch den Verkehr. Kurz um: wir reden hier unter Anderem über Kraftfahrer.

Ich habe nun mal ein bisschen Recherchiert und diese Tabelle gefunden, die einen Überblick über die durchschnittlichen Brutto- Gehälter von Kraftfahrern in anderen Bereichen gibt. Wenn ich nun diese Werte grob auf Netto runterrechne stelle ich fest, dass der Verdienst der Kraftfahrer bei Fraport im Durchschnitt eher über dem anderer Berufskollegen liegt als darunter!

Mit welchem Recht fordert diese Gewerkschaft also jetzt teilweise 60 % mehr Lohn?

Das Argument, das ich bisher gehört habe: die Mitarbeiter trügen eine besonders hohe Verantwortung kann ich so nicht stehen lassen, denn wenn man sich mal ausmalt was passieren kann, wenn ein mit 20.000l Kraftstoff beladener Tanklastzug beispielsweise in ein Stauende fährt, dann kann eigentlich der Schaden bei einem Unfall auf dem Flughafen kaum höher sein.

Mein Statement daher:

Liebe GdF,

ich würde es sehr begrüßen, wenn ihre eure Aufgabe wahrnehmt und für Lohngerechtigkeit einsteht. Es ist nicht gerecht wenn Eure Kraftfahrer 60 % mehr verdienen als Andere!

Operation Schrebergarten

Aus den bisher erschienenen Artikeln ergibt sich nun schon ein gewaltiger Handlungsbedarf und ich freue mich sehr auf die Umsetzung all dessen.

In diesem Jahr werde ich mich ganz überwiegend mit unserem Schrebergarten beschäftigen. Dort sollen, so Gott will, endlich meine Kartoffeln wachsen und dort soll darüber hinaus eine Solaranlage in Betrieb genommen werden.

Bestandsaufnahme

Zunächst einmal möchte ich also „das Elend“ vorstellen von dem wir hier reden:

Es handelt sich um ein sogenanntes Freizeitgrundstück mit einer Größe von ca. 600 m², das sich seit ewigen Zeiten im Familienbesitz meiner Verlobten befindet. Auf dem Grundstück steht eine in massiver Bauweise errichtete Laube, mit ziehmlich genau 28m² Grundfläche, IN DIE BEREITS KLEINE BÄUME WACHSEN!

Das Grundstück ist derzeit teilerschlossen, es gibt zwar Strom, aber weder Wasser noch Abwasser, keine Heizung, kein Bad und das Dach ist ebenfalls baufällig.

Wir nutzen das Grundstück seit Jahren als Grillplatz in den Sommermonaten und meine Verlobte hat es mit ihrem grünen Daumen und dem Regenwasser aus diversen aufgestellten Tonnen geschafft, die Außenflächen in kleines Paradies zu verwandeln. Lediglich die Laube haben wir bisher nur als Abstellkammer verwendet. Dies soll sich nun ändern.

Natürlich kommen wir beim derzeitigen Zustand des Gebäudes nicht um eine Vollsanierung herum, was jedoch auch seine Vorteile mitsichbringt.

So lässt sich die zukünftige Raumaufteilung vollkommen frei planen, da auf Grund ihres Nichtbestehens keine Rücksicht auf bisherige Wasserzu- oder abflüsse genommen werden muss. Außerdem kann das Dach, das bisher eine Ostausrichtung hatte, nun nach Süden ausgerichtet werden um der Später folgenden Solaranlage eine optimale Grundlage zu bieten.

Heute habe ich mich also zunächst mal hingesetzt und zwei Zeichnungen erstellt um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie das Ganze aussehen soll wenn alles fertig ist:

Grundriss der Laube nach Ende der Sanierungsarbeiten 

Was ist zu tun?

Bis zu diesem Punkt wird es natürlich ein weiter Weg werden, der hier und da auch mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist. Andererseits sparen wir uns zukünftig das Taxi, weil wir nach einer Grillparty nicht mehr  angedudelt nach Hause müssen, sondern einfach dort übernachten können.

Auf jeden Fall muss der Boden der Laube ausgeglichen werden, dieser fällt nämlich derzeit auf den 4m vom Eingang zur Rückwand um erstaunliche 5cm ab. Hierfür muss natürlich alles, was aktuell in der Laube ist raus… ich freu mich!!

Darüber hinaus muss der Bereich hinter der Laube von Unkraut, Sträuchern und eben dem Baum, der da in die Laube diffundiert, befreit und die Wände neu verputzt werden. Die Löcher, die mal die Eingangstür und Fenster darstellten, müssen auf Normgröße gebracht und neue Fenster sowie eine neue Eingangstür müssen eingebaut werden.

Das komplette alte Dach muss runter, die Dachschräge muss durch Aufmauern neu ausgerichtet, einige Bretter und Balken ausgetauscht, das Dach wieder aufgebaut und dann mit einer neuen Lage Dachpappe versehen werden. Von innen ist freilich Deckendämmung und Verkleidung angesagt.

Anschließend werde ich in den neuen Fußboden gleich wieder ein paar Löcher bohren, für die Frisch und Abwasserleitungen.

Danach geht es draußen weiter. Der Bereich zwischen Badezimmer und Außengrill (Kamin) wird aufgebuddelt und ein Loch geschaffen, dass groß genug ist für die Abwassersammelgrube und wenn ich schonmal dabei bin, werde ich gleich noch die Laube untergraben und die Frischwasserleitungen vom Brunnem (der sich im Bereich des Terassengeländers befindet und derzeit trocken ist), sowie die Abwasserleitung von der Sammelgrube, zu den vorgesehenen Hausanschlussstellen verlegen.

Abschließend muss dann „nur“ noch innen das Bad und die Küche eingebaut, renoviert und eingerichtet werden und zum Schluss kommt dann das weswegen man den ganzen anderen Krempel zuvor gemacht hat: die Solaranlage aufs Dach.

*Angst!

Ich bin handwerklich nicht unerfahren, aber manchmal etwas trottelig und wenn ich das Geschilderte nun so lese stelle ich fest: das ist ganz schön happig! Egal, ich habe mir vorgenommen alles außer der Brunnensanierung und dem Anschluss der Solaranlage selbst zu machen und ich denke für diesen Blog ist das prima, denn ich sehe meine Leser schon Tränen lachen. Natürlich wird es hier regelmäßig Bilder, Erfahrungsberichte, Preise und andere Informationen geben, die vielleicht ja auch für den einen oder anderen Leser nützlich sind.

Also dranbleiben!

Bundesverfassungsgericht erklärt die Nutzung von Pin Codes und Passwörtern von Internetusern für Ermitlungszwecke teilweise für verfassungswidrig

Meine heutige „Nachricht des Tages“ war unter anderem in „Welt Online“ zu finden.

Demnach ist den Ermittlungsbehörden zukünftig nur noch mit richterlichem Beschluss gestattet Zugriff auf Pin Codes und Passwörter von Internetusern zu erhalten oder den Inhaber einer dynamischen IP- Adresse vom Netzbetreiber „entlarven“ zu lassen. Der vollständige Artikel ist hier zu finden.

Im Gegensatz zur Mehrheit der Internetuser bin ich nicht glücklich über diese Entscheidung, genauso wie ich nicht glücklich war über das Verbot der Vorratsdatenspeicherung, an dass sich sicher noch jeder erinnert. Letztendlich leben wir doch in einer Gesellschaft, die nur vernünftig funktionieren kann, wenn sich alle an die bestehenden Gesetze halten. Das es hiervon natürlich immer auch Abweichler gibt ist vollkommen normal. Leider wird aber dem Staat unter dem Deckmantel des „Rechts auf informationelle Selbstbestimmung“ die Möglichkeit genommen, gegen diese Abweichler vorzugehen!

Die seit Jahren andauernde Debatte über Datenschutz ist meiner Meinung nach an einem Punkt angekommen, wo es mehr Sinn machte von Täterschutz zu sprechen und dies gilt in ganz besonderem Maße für das Internet. Ich persönlich toleriere ausdrücklich, dass unsere Behörden die Einkaufzettel lesen, die meine Verlobte mir via Skype mal eben rüberschickt. Warum auch nicht! Ich habe nichts zu verbergen.

Der findige Leser wird nun denken: warum sollte sich denn die Behörde für seine Einkaufzettel begeistern wenn er nichts zu verbergen hat, aber tatsächlich kann das schneller passieren als man manchmal denkt. Ich erhielt vor etwa zwei Monaten einen Brief von einer Staatsanwaltschaft aus dem hervorging, dass ein von mir geführtes Telefonat abgehört wurde und man verpflichtet sei mir dies nach Abschluss der Ermittlungen mitzuteilen.

Es handelte sich dabei um ein Telefonat, dass ich vor etwa einem Jahr mit einer Immobiliengesellschaft geführt hatte, die im Fadenkreuz stand. Dadurch das ich dort anrief, weil ich mich für eine angebotene Immobilie interessierte, wurde mein Telefonat abgehört und aufgezeichnet.

Na und?

Dem Schreiben der Staatsanwaltschaft zur Folge handelte es sich um eine Ermittlung werden dem Verdacht auf einen besonders schweren Fall des Betruges. Wenn ein Solcher aufgeklärt werden kann und dabei zufällig eine simple, ganz normale Anfrage von mir mit auf die Bänder gerät, dann akzeptiere ich das.

Männer werden nicht aussterben!

Heute habe ich meine persönliche Nachricht des Tages aus der Augsburger Allgemeinen Zeitung entnehmen können.

Wie ja schon länger bekannt ist sind Männer ganz allgemein nichts weiter als eine genetische Fehlbildung! Das Y- Chromosom, dass uns zu Männern macht ist tatsächlich nur ein weibliches X- Chromosom, bei dem irgendwann ein Beinchen abgebrochen ist.

US- Amerikanische Forscher haben jetzt festgestellt: dieser „Unfall“ passierte bereits vor etwa 200 mio. Jahren und die „Bruchstelle“ hat sich in den vergangenen 25 mio. Jahren nicht verändert! Unser Stumpf ist also ausgeheilt! Wir werden mit unserer „Behinderung“ weiterleben dürfen.

Na das ist doch mal eine gute Nachricht! Ätsch liebe Frauen!

Solarenergie

In meinem Artikel über co²- neutrales Leben habe ich bereits angeführt, dass Solarstrom eine Möglichkeit ist gewaltig Kosten zu sparen. Hier mal eine Tabelle über den durchschnittlichen Stromverbrauch unterschiedlich großer Haushalte in der BRD, Quelle: Erhebung vom Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft…

1 Person -> 2050 kWh

2 Personen -> 3440 kWh

3 Personen -> 4050 kWh

4 oder mehr Personen -> 4940 kWh

Mir persönlich erscheinen diese Zahlen etwas hochgegriffen, denn meine verlobte und ich haben im vergangenen Jahr lediglich rund 2400 kWh verbraucht. Ich muss allerdings eingestehen, dass wir beide beruflich häufiger reisen und unser Wasser nicht elektrisch aufgeheizt wird, was sich sicher stromsparend auswirkt.

Kommen wir aber zurück zu einem Durchschnittshaushalt mit 2 Personen. Ich habe grad nochmal schnell einen Strompreisvergleich gemacht und laut dem erhaltenen Ergebnis bezahlt dieser Haushalt beim günstigsten Anbieter in Berlin 734 € jährlich für den Strom.

Haushalte in Mietwohnungen haben nun leider gar nicht die Möglichkeit sich um diese Kosten zu drücken, denn es fehlt Ihnen an einem eigenen, vorzugsweise nach Süden ausgerichteten, Dach, auf dass sie eine Solaranlage montieren könnten. Was aber, wenn dieser 2- Personenhaushalt nun ein kleines Einfamilienhäuschen ist, das über eine freie Dachfläche verfügt.

Woher nehmen?

Im Netz finden sich 100e, wenn nicht 1000e Seiten, auf denen Solaranlagen unterschiedlichster Größe angeboten werden. Ich will hier keine Werbung für den einen oder anderen Anbieter machen, zumal ich bisher mit keinem Anbieter selbst Erfahrungen sammeln konnte, aber ich kann so als groben Richtwert eine Summe von 2000 € pro 1000 kWh Strom benennen. In diesem Preis sind die Anlage an sich, sowie alle Neben- und Anbauteile und sogar die Installationskosten enthalten.

Die nächste Frage wäre nun: wie viel Dachfläche brauche ich, um genug Strom zu produzieren? Diesbezüglich kann ich einen guten Rechner empfehlen, zu finden hier.

Aus diesen Berechnungen ergibt sich, dass ein Einfamilienhaus in Berlin mit einer Dachschräge von 40 – 60 % in Südausrichtung, belegt mit 30m² Solarpanelen ausreicht um den gesamten Strombedarf eines 2-Personenhaushalts zu decken, es entstehen 3450 kWh Strom pro Jahr. Legen wir nun den zuvor berechneten Wert von 2000 € pro 1000 kWh an, müsste man also 7000 € investieren um eine solche Anlage zu erwerben und zu betreiben.

Leider ist es jedoch nicht ganz so einfach

Tatsächlich verbrauchen wir immer dann den meisten Strom, wenn die Solaranlage grade am wenigsten liefert, einfach weil wir das Licht einschalten wenn es dunkel oder stark bewölkt ist, weil wir vorzugsweise abends zu Hause sind und Fernsehen schauen oder am Computer sitzen und weil eben im Winter grundsätzlich weniger Saft produziert wird, als im Sommer. Die Anlage wird also vermutlich zwischen April und Oktober ca 2000kWh liefern von denen wir vielleicht 1500 verbrauchen, von Oktober bis April liefert sie aber nur 1450 kWh, während wir knapp 2000 bräuchten.

Daraus entstehen zwei mögliche Ansatzpunkte:

1. Die Anlage größer zu bauen, als eigentlich erforderlich und die Sommerüberschüsse an den örtlichen Stromanbieter zu verkaufen

2. Der Versuch die überschüssige Energie aus dem Sommer bis in den Winter zu speichern

Die letztere Variante würde ich persönlich nicht empfehlen, weil sie zu einem großen Kellerraum voller Solarbatterien führen würde. Diese sind nicht nur teuer in der Anschaffung, sondern auch nicht besonders dekorativ und obendrein nicht ganz ungefährlich.

Wer wissen möchte wie viele Batterien man bräuchte um 650 kWh zu speichern, hier mal eine kleine Rechnung dazu:

Zunächst für die Laien in diesem Bereich, man rechnet Ah in kWh um indem man die Voltzahl der Batterie (in der Regel 12 V wie bei der Starterbatterie im Auto) mit den Ampere Stunden, also der Batteriekapazität multipliziert und das Ergebnis durch 1000 teilt. Wenn wir nun annehmen wir verwenden Batterien mit einer Kapazität von 200 Ah bedeutet dies:

12V x 200 Ah = 2400 Wh / 1000 = 2,4 kWh pro Batterie.

Unsere Versorgungslücke von 650 kWh / 2,4 kWh pro Batterie ergibt eine Summe von 270,83 Batterien.

Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass wir unsere Solaranlage auch regelmäßig warten lassen müssen um sicherzustellen, dass die Anlage richtig funktioniert. Auch dies kostet Geld. Wollen wir also tatsächlich nie wieder etwas für unseren Strom bezahlen und obendrein auch noch die Umwelt schonen müssen wir unsere Anlage deutlich größer bauen als 30 m². Ich habe einige Einträge in Foren gefunden die besagen, dass man auch nach der Senkung der Vergütung für ins Netz eingespeisten, überschüssigen Strom, mit einer Anlage die die doppelte Menge Energie liefert, als man selbst braucht wirklich alle Kosten gedeckt bekommt. Also den eigenen Strombedarf in erster Linie, aber durch den Verkauf des überschüssigen Stromes an den örtlichen Versorger zusätzlich genug Geld um die regelmäßige Wartung zu bezahlen und Ansparungen vorzunehmen um defekte Anlagenteile auch auszutauschen – man will die Anlage schließlich nicht nur 10 oder 20 Jahre nutzen, sondern im Zweifel ein Leben lang.

Die Deutsche Bürokratie

Ein weiterer Punkt der hier bedacht werden muss ist, dass die Nutzung von Solarenergie zumindest Anmeldepflichtig ist. In den meisten Bundesländern ist zwar eine Baugenehmigung nicht erforderlich, eine Anmeldung beim Finanzamt muss aber auf jeden Fall sein, denn schließlich erhalten wir Geld für den Strom, den wir in das öffentliche Netz einspeisen. Letztendlich ist jedes Häuschen auf dem sich eine Solarzelle befindet ein kleines Kraftwerk und jeder Unternehmer, der so ein Kraftwerk betreibt und damit sein Einkommen mehrt muss dieses „mehr“ eben auch durch eine Einnahmenüberschussrechnung dem Finanzamt melden und das zusätzliche Einkommen versteuern.

Interessant dabei ist: bisher wird nach meinen Recherchen wirklich nur der Strom auf die Einkommenssteuer angerechnet, der auch tatsächlich an den örtlichen Versorger verkauft wird. Wenn es mir also gelingt meinen gesamten Strombedarf durch selbsterzeugte (Solar)energie zu decken, habe ich auch die höchste Ersparnis im steuerlichen Bereich.

Im Ergebnis

Für unseren durchschnittlichen 2- Personenhaushalt bedeutet dies also eine Investition von einmalig 14.000 €, die diese beiden glücklichen Menschen auf ewig von Stromkosten befreit. Da sie bisher 734 € im Jahr für Strom ausgegeben haben, hätte sich die Investition nach 19 Jahren vollständig amortisiert, ab dem 20. Jahr macht man Gewinn. Nun würde ich jedoch davon ausgehen, dass die Strompreise in den nächsten Jahren weiter deutlich ansteigen werden, wodurch sich die Investition natürlich noch schneller rechnet.

Laut dieses Artikels hat sich Strompreis zwischen 1999 und 2008 realistisch betrachtet um 72% verteuert und wenn ich meine Stromabrechnung von 2002 mit der des Jahres 2011 vergleiche, komme ich zu einem nahezu identischen Ergebnis. Ich gehe daher davon aus, dass es deutlich weniger als 19 Jahre dauert, bis die Anlage wirklich effektiv einspart und prognostiziere eine Dauer von 13 Jahren um die Kosten rauszuholen.

Ich werde noch in diesem Sommer eine Kleinstanlage auf dem Dach der Laube in meinem Schrebergarten in Betrieb nehmen und hier unter der Rubrik „Projekte“ darüber berichten.

Griechenland endlich gerettet?

Grade zwei Tage ist es her, dass das zweite Rettungspaket für Griechenland von der EU durchgewunken wurde und schon stuft die Ratingagentur Fitch das Land auf die letzte Bonitätsstufe vor einem Forderungsausfall herab.

Ich kann das verstehen! Die Sparpläne sind extrem „knirsch“ kalkuliert und blickt man zurück auf die Griechischen Versprechnungen zum ersten Hilfspaket, bleibt keine andere Wahl als ernüchtert festzustellen, dass nicht viel davon tatsächlich umgesetzt wurde.

Was mich jedoch viel mehr interessiert ist: warum wurde dieses zweite Paket überhaupt bewilligt und vor allem, warum jetzt?

Nur die aktuelle Griechische Regierung ist wenigstens an die Sparpläne gebunden, aber was wenn nach den Wahlen im April ganz andere Parteien an der Macht sind?

Der Deutsche Anteil des ersten Hilfspaketes beläuft sich bekanntlich auf 22,4 Mrd. €, also etwa 20 % des Gesamtvolumens. Der Anteil am zweiten Hilfspaket fällt nach Angaben von Bundesfinanzminister Schäuble mit rund 28% (36,4 Mrd. €) sogar noch höher aus, Frau Merkel riskiert hier also rund 57 Mrd. € (695 € pro Bundesbürger)  für ein Land, dessen Zeitungen sie zum Dank in Naziuniform abbilden.

Darüber hinaus bezweifeln viele Ökonomen, unter anderem eben auch Fitch die Erfolgsaussichten des zweiten Hilfspakets und der Bund der Steuerzahler rät, wohl auch auf Grund derartiger Zweifel, dem Bundestag davon ab, dem Paket zuzustimmen.

Warum nimmt die Politik derartige Risiken auf sich? Erwartet man im Falle einer Griechenlandpleite einen Europäischen „Finanzsupergau“? Wie würde dieser Aussehen?

Ich befürchte eine ungeordnete Insolvenz Griechenlands brächte tatsächlich arge Probleme mit sich, weil die Pleite zu einer Kettenreaktion in Europa führen könnte. Deutschland kann, wenn auch unter Schmerzen die 57 Mrd. € abschreiben und aus den Fehlern lernen die gemacht wurden. Staaten wie Portugal oder Spanien, die selbst bereits angeschlagen sind, könnten es vielleicht nicht.

Sollte es möglich sein, dass das kleine Griechenland die etwas größeren mitreißt, die wiederum aufgefangen werden müssen und dadurch ihrerseits die nächst größeren in die Knie zwingen?

Deutschlnad kann eine Griechenlandpleite abfedern, sicherlich auch noch die Staaten der „nächsten Runde“ in diesem Pleitenkarussel, aber was ist danach?

Die Deutsche Staatsverschuldung nähert sich rasant der Marke von 90 % des BIP, eine Griechenlandpleite ist nach Maßgaben der EU nur zu verhindern, wenn Griechenland seine Staatsschulden bis zum Jahr 2020 auf 120 % des BIP absenken kann – nicht umsonst war dies eine der Hauptforderungen für das zweite Rettungspaket. Im Umkehrschluss heißt dies aber: auch Deutschland hat nur noch Reserven von 30 % des BIP (die Reserven entsprechen damit ca. 750 Mrd. €) bis zum „Point of no Return“ und ein solcher wird es werden denn, wenn Deutschland nicht mehr Zahlen kann ist in Europa wohl niemand mehr, der ein Rettungspaket für uns bereitstellen könnte.

Letztlich soll hier auch Erwähnung finden, dass der Bund ab dem Jahr 2016 jährlich nur noch max. 0,35% des BIP an Nettoneukrediten aufnehmen darf. Die Regelung wurde im Jahr 2009 in unser Grundgesetz eingebaut. In den Medien wurde unter dem Stichwort „Schuldenbremse“ ausführlich darüber berichtet.

Man stelle sich nun vor, die Griechen schaffen es nicht ihre Sparziele zu erreichen und gehen ausgerechnet im Jahr 2016 endgültig Pleite. Das Ergebnis wäre wohl, das Deutschland seine Bürgschaften für Griechenland auf einen Schlag bedienen müsste und diese Sonderausgaben nichtmal durch eine vorübergehende erhöhte Kreditaufnahme ausgleichen könnte. In diesem Fall hätte Deutschland sich praktisch selbst eine Insolvenz aufgezwungen.

Es bleibt im Moment wohl nur zu hoffen, dass die Griechen endlich aufwachen und die Anforderungen erfüllen, die Bedingung für die Finanzhilfen der anderen Euroländer waren.

Quellenangaben für die meinen Berechnungen zu Grunde gelegten Zahlen:

Deutscher Anteil am 2. Rettungspacket

Deutscher Anteil am 1. Rettungspacket

Staatsverschuldung Deutschlands im Verhältnis zum BIP

Das BIP von Deutschland

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